Veranstaltungen

Konzert am Samstag, 17. Juli 2010 um 20 Uhr

Klavierduo Fuhlbom & Simon

Doppelt beflügelt II

Musik für zwei Klaviere des 20. Jahrhunderts

Die Solisten der Holst-Sinfonietta Hans Fuhlbom und Klaus Simon spielen Werke von Igor Strawinsky, Bohuslav Martinů, Francis Poulenc, Maurice Ravel und Béla Bartók.


Eintritt frei
Beginn 20 Uhr

Veranstaltungsort:
Flügelsaal im Pianohaus Lepthien
Untere Schwarzwaldstr. 9a, 79102 Freiburg

Wir bitten um Anmeldung. Telefonisch unter 0761-790700 oder per E-Mail.

 

Programm

Igor Strawinsky (1882-1971): Sonate für 2 Klaviere (1943-44)
I Moderato
II Theme with Variations
III Allegretto

Maurice Ravel (1875-1937): Sites Auriculaires (1895/97)
I Habanera
II Entre Cloches

Béla Bartók (1881-1945): aus Sieben Stücke aus Mikrokosmos (1939)
IV Short Canon and its Inversion
V New Hungrian Folk Song
VII Ostinato

-Pause-

Bohuslav Martinů (1890-1959): La Fantaisie, H 180 (1929)

Francis Poulenc( 1899-1963): Sonate für 2 Klaviere (1953)
I Prologue. Extrêment lent et calme
II Allegro molto. Très rythmé
III Andante lyrico. Lentement
IV Epilogue. Allegro giocoso


Das Klavierduo Hans Fuhlbom/Klaus Simon wurde 2008 aus Solisten der Holst-Sinfonietta gegründet.
Hans Fuhlbom ist seit 1999 Ensemblepianist der Holst-Sinfonietta, die Klaus Simon seit 1996 künstlerisch leitet.

Nur 10 Jahre liegen zwischen der Entstehung der beiden Sonaten für zwei Klaviere von Poulenc und Strawinsky, doch welch unterschiedliche Geisteshaltung trennt sie voneinander! Auf der einen Seite der apollinische, klassizistische Strawinsky, der auf knappsten Raum dem Modell der vorklassischen Sonate huldigt, auf der anderen Seite der janusköpfige Poulenc, der zwischen Ernst und Heiterkeit ein klangprächtiges Werk schreibt.

Die drei Stücke aus Mikrokosmos entstammen der kleinen Sammlung von Sieben Stücken, die Bartók aus den
sechs Mikrokosmos-Bänden auswählte und im Hinblick auf seine eigene Konzerttätigkeit mit seiner Frau Ditta
Pásztory für zwei Klaviere bearbeitete (1939). Die Uraufführung eines Teils dieser Stücke fand 1940 in Budapest statt
Aus Verehrung für die Musik Claude Debussys und im Wunsch, bei Albert Roussel Komposition zu studieren, zog es den aus Böhmen stammenden Bohuslav Martin 1923 nach Paris. Das Pariser Musikleben der zwanziger Jahre wurde von Strawinsky, der „Groupe de Six“ und der Jazzmusik beherrscht und beeinflusste das Werk Martinůs nachhaltig. Die 1929 entstandene La Fantaisie ist in ihrer ungestümen Wildheit kaum zu überbieten.
Die Harmonik ist oft polytonal, wobei die beiden Klaviere um einen Halbton versetzt sind, was zu aggressiven
Klangreibungen führt. Die Musik stürmt immer wieder auf neue Kulminationspunkte zu und treibt die pianistische Virtuosität ins Exzessive. Niemals wieder schrieb Martinů ein so wildes und dissonantes Stück.
Ravels frühe und selten aufgeführte Sites Auriculaires (übersetzt etwa: „Hörlandschaften“) sind
Paradebeispiele eines hochimpressionistischen und klangsinnlichen Klaviersatzes. Die Habanera wurde später
Teil seiner Rapsodie Espagnole.

Zu den Interpreten:
Hans Fuhlbom
geboren in Wuppertal. Klavierstudium in Detmold (Renate Kretschmar-Fischer) und Graz (Doris Wolf-Blumauer). 1980-82 Leiter einer Klavierklasse am Steirischen Musikschulwerk in Leoben.
Aufbaustudium Musiktheorie bei Peter Förtig und Eckehard Kiem in Freiburg. Besuch von Meisterkursen bei Ferenc Rados (Szombathély), Bojidar Noev, Elisabeth Leonskaja und Heinrich Schiff (Baden bei Wien) sowie Edith Picht-
Axenfeld (Hinterzarten).
1982-92 Klavierlehrer an der Musikschule Rheinfelden/Baden. Gelegentliche Mitwirkung bei Kammermusikprojekten sowie diverse Tätigkeiten als Ballett- und Instrumentalkorrepetitor.
Seit 1984 Theorielehrer an der Musikhochschule Freiburg. Rundfunkaufnahmen für WDR, ORF, RAI, SWF/SWR, BR und HR.

Klaus Simon
wurde in Überlingen geboren, absolvierte zunächst ein Musik-, Germanistik- und Geographiestudium in Freiburg. Schon früh legte er neben seiner pianistischen Tätigkeit einen weiteren Schwerpunkt auf das Dirigieren.
1993 Gründung der Young Opera Company mit dem Ziel, Musiktheaterwerke und Kammeropern des 20. Jahrhunderts jenseits eines Repertoirezwangs in hoher musikalischer und szenischer Qualität aufzuführen.
1996 Gründung der Holst-Sinfonietta, ein aus professionellen Musikern bestehendes Kammerensemble, das sich einem Repertoire verschrieben hat, welches die Lücke zwischen den Ensembles für Neue Musik und den traditionellen Sinfonieorchestern schließen möchte. Mit den Ensembles konnte Klaus Simon als Dirigent und Pianist bereits erfolgreich diverse CD- und Rundfunkeinspielungen (DRS2/SWR2/BR4 bzw. Ars Musici, Naxos und cpo) realisieren. Daneben fungiert Klaus Simon seit mehreren Jahren als Korrepetitor sowie als Liedbegleiter.

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