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From India! - Liederabend Samstag, 19.07.



From India ! - Liederabend
Spätromantische Liederzyklen nach indischen Texten

Samstag, 19.07.2014 um 20 Uhr

Sibylle Fischer, Sopran und Klaus Simon, Klavier


Franco Alfano (1876 - 1954): Sette Liriche auf Texte von Rabindranath Tagore und Rainer Maria Rilke 1946/47
1. Scendesti dal tuo trono
2. Non so
3. La notte e l'anima
4. Non hai udito i suoi passi
5. Se taci
6. Si addensano le nubi
7. Venne e mi sedette accanto

John Alden Carpenter (1876-1951): Gitanjali (Songs-Offerings) Rabindranath Tagore 1914
1. When I bring to you colour'd toys
2. On the day when death will knock at thy door
3. The sleep that flits on baby's eyes
4. I am like a remnant of a cloud of autumn
5. On the seashore of endless worlds
6. Light, my light

Gustav Holst (1874-1934): Vedic Hymns op. 24, H. 90 1907-08
1. Ushas (Dawn)
2. Varuna I (Sky)
3. Maruts (Stormclouds)
4. Indra (God of Storm and Battle)
5. Varuna II (The Waters)
6. Song of the Frogs
7. Vac (Speech)
8. Creation
9. Faith

From India! ist ein Liederabend, der auf Gedichten und Lyrik aus dem indischen Kulturkreis basiert.
Zahlreiche Gedichte des indischen Nobelpreisträgers für Literatur Rabindranath Tagore (1861-1941) wurden v.a. in der ersten Hälfte des 20. Jh. gerne und immer vertont, so z.B. auch in Zemlinskys Lyrischer Sinfonie. Tagore war ein bedeutender Dichter und war zeitlebens hoch angesehen. Franco Alfano war ein italienischer Komponist, der stets im Zusammenhang mit der Vollendung des Turandot-Torsos von Puccini genannt wird. Wie Puccini gilt er selbst als später Vertreter des italienischen Verismo und war v.a. als Opernkomponist erfolgreich. Seine Sette Liriche sind italienischsprachige Vertonungen von Gedichten Tagores. Alfanos Liedschaffen ist Deutschland nahezu unbekannt, zu Unrecht, wie diese späten Lieder mit ihrer imaginativen postimpressionistischen Klangwelt beweisen.

Der US-Amerikaner John Alden Carpenter ist in Deutschland wohl genauso unbekannt wie Alfano. Sein bedeutender Liedzyklus Gitanjali ist im englischsprachigen Raum sehr populär. Er war einer der ersten EMusik- Komponisten, die den Jazz in ihren Stil aufgenommen haben, lange vor Gershwin und Copland. Gintanjali, ebenfalls nach Gedichten von Tagore sind stilistisch noch sehr spätromantische Lieder und für Soprane ein sehr dankbarer Zyklus.

Der wohl bekannteste Komponist des Abends, der Engländer Gustav Holst, hat zumindest durch seine Orchestersuite The Planets auch in Deutschland einen Namen, Er war in den frühen Jahren des 20 Jh. sehr an indischer alter Lyrik interessiert. Da die englischsprachigen Überstzungen in dieser Zeit oft sehr schlecht und unzureichend waren, lernete er selbst Sanskrit, und übersetzte v.a. zahlreiche Texte aus dem Rig Veda, der wohl ältesten Gedichtsammlung der Welt ins Englische. Das schlug sich auch in seinem Schaffen wieder, er vertonte zwei Opern (Savitri war eine der ersten bedeutenden Kammeropern des frühen 20. Jh.), Orchesterwerke, div. Chorlieder und unseren Liedzyklus Vedic Hymns. Dieser Zyklus für mittlere Singstimme und Klavier zeigt Holst in früher Meisterschaft: die Dichtung inspirierte ihn zu seinem unverwechselbaren Personalstil mit gelegentlichem Gebrauch von Bitonalität und Verwendung ungerader Metren wie 5- und 7-Vierteltakt.


Sibylle Fischer, Sopran
Gesangstudium in Hannover und Hamburg.Operndiplom mit Auszeichnung. Meisterkurse bei Kurt Widmer, Klesie Kelly, Victoria de los Angeles und Harry Kupfer, Preisträgerin des Elise-Meyer-Wettbewerbs in Hamburg und des Meistersängerwettbewerbs in Nürnberg. Vier Jahre Ensemblemitglied des Theater Aachen, mit Partien wie Dorabella, Cherubino, Prinz Orlofsky, Frau Reich, Hänsel, Xerxes und schließlich als Sopran Marie in Alban Bergs Wozzeck. Seither freiberufliche Tätigkeit.
Sibylle Fischer gastierte an verschiedenen deutschen Bühnen, u. a. in Kiel, Flensburg, Magdeburg und Weimar. Bei der Frankfurter Kammeroper sang sie Fiordiligi, weitere Produktionen vornehmlich zeitgenössischer Opern in Berlin (Sophiensäle), Hamburg (Opera Stabile), Luxemburg (Theatre National), St. Moritz (Opernfestival Engadin), Warschau (Teatr Wielki), Budapest (Trafo) und Freiburg i. Br. (Kein Ort. Nirgends, YOCProduktion 2011). Im Entstehen ist eine CD mit Liedern von E. W. Korngold beim Label Naxos, zusammen mit Klaus Simon/Klavier. Zuletzt sang sie unter der Regie von Joachim Rathke Gutrune in der Götterdämmerung bei den Wagner-Festtagen in Leipzig und die Concepcion/Alison im Opendoppelabend Ravel: L'Heure espagnole und Gustav Holst: The Wandering Scholar der YOC.

Klaus Simon, Klavier
geb. in Überlingen am Bodensee. Musik-, Germanistik- und Geographiestudium in Freiburg. Klavier bei Michael Leuschner, Meisterkurse bei Aloys Kontarsky (Klavier) sowie Hans Zender und Johannes Kalitzke (Dirigieren). Gründer und Künstlerischer Leiter der Holst-Sinfonietta und der Young Opera Company. Er arbeitet zudem seit mehreren Jahren erfolgreich als Liedbegleiter im In- und Ausland, dabei initiierte er in Freiburg eine Liederabendreihe mit dem Schwerpunkt Lied des 20. Jahrhunderts. In seinem Repertoire als Liedbegleiter finden sich neben dem Standardrepertoire auch Raritäten wie Lieder von A. Schönberg, H. Pfitzner, E.W. Korngold, W. Rihm, P. Hindemith, F. Bridge, G. Holst, R. Clarke, G. Crumb, u.v.m. Für das Label Naxos spielt er seit 2007 mit namhaften Sängern (Britta Stallmeister und Sibylle Fischer/Sopran, Tanja Ariane Baumgartner/Mezzosopran, Colin Balzer/Tenor und Uwe Schenker-Primus/Bariton) eine Gesamtedition aller Lieder Hans Pfitzners und Erich Wolfgang Korngolds ein. Ab 2014 wird er zudem das Liedschaffen Erwin Schulhoffs für den Schott-Verlag herausgeben und einspielen. Diverse CD- und Rundfunkeinspielungen (Ars Musici/Naxos bzw. DRS2/SWR2/BR4/HR2) als Dirigent und Pianist.

Weitere Infos: www.holst-sinfonietta.de und www.youngoperacompany.de

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