Nachrichten
28.07.2010
Kritik der Badischen Zeitung zu 'Doppelt beflügelt II'
Kritik in Kürze
Den Kosmos der Musik der Moderne im Miniaturformat, nämlich in
der seltenen Besetzung für zwei Klaviere, bot ein Konzert im Flügelsaal
des Freiburger Pianohauses Lepthien.
Nichts Esoterisches oder Angestaubtes hatte diese durchschnittlich immerhin gut siebzigjährige Musik bei Hans Fuhlbom und Klaus Simon von der Holst-Sinfonietta: frisch und federnd im Vortrag, mit klarem Blick für Strukturen und das ganz eigentümliche Klangbild dieser Instrumenten-Kombination – so wirkte alles, als sei es eben erst vom Schreibtisch der Komponisten auf die Notenpulte der Pianisten gewandert.
Gerieten Strawinskys nüchterne Sonate für zwei Klaviere sowie Bohuslaw Martinus aggressive "Fantaisie" insgesamt recht abgeklärt, so beschworen die Interpreten in Ravels "Sites Auriculaires" alle Nuancen des fahl glänzenden Flügelklangs: Verblüffend präzise ausgehört das kunstvolle Ineinanderfließen von Klangflächen zu poetisch verfremdeten Höreindrücken.
Als Kontrastprogramm unmittelbar darauf (in insgesamt sehr einleuchtender Programmfolge) zeigten drei Stücke aus Béla Bartóks "Mikrokosmos" die Instrumente in anderem Licht: perkussiv, schmissig, mit scharf gegeneinander ausgespielten Lagencharakteristiken – mit frappanter Deutlichkeit, doch scheinbar mühelos herausgearbeitet durch die Darbietenden. Gero Schreier
Nichts Esoterisches oder Angestaubtes hatte diese durchschnittlich immerhin gut siebzigjährige Musik bei Hans Fuhlbom und Klaus Simon von der Holst-Sinfonietta: frisch und federnd im Vortrag, mit klarem Blick für Strukturen und das ganz eigentümliche Klangbild dieser Instrumenten-Kombination – so wirkte alles, als sei es eben erst vom Schreibtisch der Komponisten auf die Notenpulte der Pianisten gewandert.
Gerieten Strawinskys nüchterne Sonate für zwei Klaviere sowie Bohuslaw Martinus aggressive "Fantaisie" insgesamt recht abgeklärt, so beschworen die Interpreten in Ravels "Sites Auriculaires" alle Nuancen des fahl glänzenden Flügelklangs: Verblüffend präzise ausgehört das kunstvolle Ineinanderfließen von Klangflächen zu poetisch verfremdeten Höreindrücken.
Als Kontrastprogramm unmittelbar darauf (in insgesamt sehr einleuchtender Programmfolge) zeigten drei Stücke aus Béla Bartóks "Mikrokosmos" die Instrumente in anderem Licht: perkussiv, schmissig, mit scharf gegeneinander ausgespielten Lagencharakteristiken – mit frappanter Deutlichkeit, doch scheinbar mühelos herausgearbeitet durch die Darbietenden. Gero Schreier
erschienen in der Badischen Zeitung vom 20.07.2010
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