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17.03.2011

Liszt-Flügel im Pianohaus Lepthien

Liszt-Flügel
Im diesjähigen 'Lisztjahr' zum 200. Geburtstag von Franz Liszt hat uns die Pianomanufaktur Steingraeber & Soehne aus Bayreuth einen Flügel zur Verfügung gestellt, welcher im Jahre 1873 für Franz Liszt gebaut wurde.

Dieser Flügel wird bei unserem diesjährigen Arthur-Lepthien-Wettbewerb an der Musikhochschule Freiburg zum Einsatz kommen. Für die beste Interpretation eines ausgewählten Stückes von Franz Liszt auf diesem Flügel ist ein Sonderpreis ausgelobt. Der Wettbwerb findet vom

Zu bestaunen ist der Flügel vom 18. Juni bis zum 10. Juli auch in unserem Flügelsaal. Zum direkten Vergleich des historischen Instrumentes mit einem modernen Steingraeber-Flügel, steht ein aktuelles Modell der Bayreuther Pianomanufaktur zur Verfügung.

Gerne erläutern Ihnen unsere Klavierbauermeister die Besonderheiten dieses Instrumentes in Klang, Konstruktion, Material und Bauweise und zeigen Ihnen die Unterschiede zu modernen Flügeln auf.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Informationen zum Liszt Flügel von Eduard Steingraeber von 1873
Die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne wurde 1852 von Eduard Steingraeber im Zeitalter des Klavier-'Booms' (Bechstein, Blüthner und Steinway alle 1853) in Bayreuth gegründet.

Die Verbindung zu Franz Liszt reicht aber bis nach Wien im Jahr 1846 zurück, Eduard Steingraeber war sein Konzerttechniker, als Angestellter der Klavierfabrik Nannette Streicher.
Eduard berichtete später, der Meister habe immer erst dann unterbrochen wenn mehrere Töne zerschlagen waren; Steingraeber musste vor Publikum … und dem wartenden Liszt (!) neue Saiten aufziehen oder gar zerbrochene Tasten reparieren.
Im Firmenarchiv existiert noch heute ein signiertes Foto von Franz Liszt, datiert 25. September 1867.

1873 baute Eduard Steingraeber einen Rokokoflügel der später Liszt Flügel genannt wurde. Die Konstruktion, damals hochmodern, war bereits mit Gußplatte ausgestattet, den entsprechend starken Saiten sowie einer Repetitionsmechanik mit Steingraeber Patentfeder; der Tonumfang beträgt 7 Oktaven von A2 bis a4. Bemerkenswert ist auch der sehr „steife Resonanzboden“ mit extrem hohen Rippen (bis zu 42mm anstelle von nur 27mm), was dem Instrument einen sehr großen Obertonreichtum verleiht.

Das Möbel wurde dem Rokokostil des Konzertsaales im Steingraeber-Haus, Bayreuth, angepasst, ein Saal der 1754 von den Bayreuther Hofarchitekten und -künstlern (Giovanni Battista Pedrozzi, Joseph Saint-Pierre, Carl Christian Philipp von Gontard) gestaltet wurde.
Von 1878 bis 1886 nutze Franz Liszt der Firmenchronik zufolge, diesen Saal als Salon zum Treffen von Kollegen, Freunden und Familie – lt. Burkhard Steingraeber auch mit Richard und Cosima Wagner sowie Eugène d’Albert. Zwei öffentliche Konzerte soll Liszt dort gegeben haben.

Dieser Flügel wird immer wieder für Schallplattenaufnahmen genutzt, insbesondere vom Bayerischen Rundfunk; Andrea Bonatta spielte darauf seine CD "Dernières pièces pour piano" ein.

Bis zu seinem Tod spielte Franz Liszt auf dem Steingraeber Flügel Nr. 4328, ebenfalls ein Modell 200 dessen Verbleib leider nicht bekannt ist.



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